OT Gräfendorf

Gräfendorf

Die Straßensiedlung, ursprünglich wohl ein gräflicher Meierhof (Sitz eines Verwalters), wird bereits 1271 als Villa Greuendorp erwähnt.
Das Dorf besaß im Hochmittelalter ungeachtet seiner Nähe zu Herzberg eine eigenständige Parochialkirche und dürfte somit eine ältere Gründung als die benachbarte Elsterstadt sein.

Das Gemeinwesen zählt 1542 achtundzwanzig Hüfner und zwei Gärtner, also etwa 180 Einwohner.
Ein hiesiger Rittersitz ist nicht nachweisbar.

Vom 30jährigen und 7jährigen Krieg war Gräfendorf besonders hart betroffen. 1640 z.B. drohten die verbliebenen 4 Anspänner(!), den verwüsteten Ort gänzlich aufzugeben, wenn man ihnen die Frondienste gegenüber dem Rössener Vorwerk nicht erleichtere. Schumann weiß hinsichtlich der Jahre zwischen 1756 und 1763 zu berichten, dass die Gemeinde damals von allen Dörfern des Amtes Liebenwerda am meisten zu leiden hatte.
Die Siedlung lag im Winkel zweier bedeutender Fernstraßen, so dass Plünderungen, wie sie der Lehrer Ziegler letztlich auch zum Jahre 1813 beschrieb, unausbleiblich waren.

Die Reste eines alten Elsterarmes, an welchem Gräfendorf gleich der nahe gelegenen Siedlung Scharfenberg (später wüst) angelegt worden ist, lassen sich abgesehen von wenigen darauf verweisenden Flurnamen nur noch erahnen.
Seit dem 15. Jahrhundert erscheint der Ort als Enklave des Amtes Liebenwerda und kann ungeachtet der feuchten Fluren in wirtschaftlicher Hinsicht bis in das 20. Jahrhundert hinein auf eine intensive Landwirtschaft verweisen.

Als architektonische Besonderheit begegnet dem Besucher die gotische Backsteinkirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, deren quadratischer Westturm mit oberteiligem Oktogon allerdings erst im 19. Jahrhundert ergänzt worden ist.

Die ehemalige Schule - im Hintergrund die Dorfkirche und der Kräutergarten.