OT Osteroda

Osteroda

Das historische Schicksal dieses ostsüdöstlich Herzbergs gelegenen Gemeinwesens ist seit 1380 urkundlich belegt.
An einer umfangreichen Rodungsarbeit, die der Ortsgründung unmittelbar voraus gegangen sein muss, lässt der Name des Dorfes kaum Zweifel.
Eine interessante Parallelität zu den Orten Herzberg und Osterode im Harz lieferte bisher zwar hinlänglich Stoff für heimatgeschichtliche Spekulationen; dennoch konnten direkte siedlungsgeschichtliche Beziehungen zwischen beiden Regionen bisher nicht stichhaltig nachgewiesen wird.

Als typische Kennzeichen der Kolonisationszeit indes hat Osteroda die Siedlungsform eines Angerdorfes bewahrt.
1465 finden 10 ansässige Bauern Erwähnung, die insgesamt 16 Erbhufen bewirtschafteten. Gleichzeitig werden ein Vorwerk mit 5 Hufen und eine Schäferei mit 300 Schafen aufgeführt.

Nach den Vilmers und Kunes gibt es seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und bis in die Zeit des 30jährigen Krieges die Familie von Stauchwitz als Besitzer des Ortes. Nach dem Kriege begegnen in dieser Eigenschaft u.a. die Geschlechter von Pautzschmann, von Goldstein und Seyler.
Zwischenzeitlich findet sich Osteroda neben Redlin auch einmal unter der Grundherrschaft Herzbergs, die diese Rechte später wieder veräußert.

1825 zählt der Ort 41 Häuser und 252 Einwohner.
Noch im 19. Jahrhundert gehören zum hiesigen Rittergut die Mühle zu Jagsal und das Dorf Redlin.

Kirchlich war Osteroda ein Filial der Parochie Malitzschkendorf, die der Universität Wittenberg unterstand, besaß aber vor und nach dem 30jährigen Kriege ein eigenes Kirchlein bzw. eine Kapelle.
In den 60er Jahren dieses Jahrhunderts wurde das sakrale Kleinod, zuletzt ein spätmittelalterlicher Fachwerkbau, abgerissen.