OT Rahnisdorf

Rahnisdorf

Die urkundlichen Zeugnisse dieses Gemeinwesens lassen sich bis zum Jahre 1380 zurückverfolgen.
Ebenso wie der Ortsname als slawisch-deutsche Verschmelzung (1429 Rademsdorf, 1448 Radomsdorf, 1451 Radenstorff) deutet die Siedlungsform, ein Rundling, auf die ursprünglichen sorbischen Einwanderer.
Als Oberhaupt oder sogar Gründer der Siedlung kann ein Slawe namens Rademör angesehen werden.

Nicht mehr als 5 Hüfner und 2 Kossäten (Gärtner), insgesamt ca. 40 Menschen, sind hier 1529 ansässig.

Gleich den Nachbarsiedlungen Gräfendorf oder Scharfenberg lag Rahnisdorf ursprünglich an einem alten, heute nur noch schwer nachweisbaren Elsterarm.
Nach den furchtbaren Zerstörungen des Jahres 1637 bleibt der Ort seit dem Hochmittelalter ein kirchliches Filial von Buckau, 35 Jahre lang fast gänzlich wüst und wird 1680 schließlich durch den Kurfürsten an seinen Annaburger Forstmeister Johan Günter verkauft.
Der kurfürstliche Beamte gründet im Ort ein Vorwerk und legt damit den Grund für das spätere Rittergut.

Im gesamten Rahnisdorfer Gutssprengel, dem nun Buckau angegliedert ist, leben 1825 vierhundertfünfundsiebzig Einwohner.
Des Weiteren zählt eine Ziegelei und das Allodial-Erbzinsgut Neuhof (ehem.Pontsberge) zu diesen Besitzungen.

Im Zusammenhang mit dem Hitlerattentat vom 20.Juli 1944 kommt dem hiesigen Gut, dass sich seinerzeit im Besitz der Familie von Palombini befindet, eine besondere Bedeutung zu, denn der von den Nazis verfolgte und später hingerichtete Leipziger Oberbürgermeister Karl Goerdeler wurde hier vorübergehend verborgen.
Nach 1945 erfuhr der Rahnisdorfer Adelssitz eine Umstrukturierung zum sogn. Volkseigenen Gut (VEG).