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Umsetzungsplan Datenstrategie

Open Data Logo(1)

Von Daten zur Strategie – Entwicklung eines Umsetzungsplans für Herzberg

Daten gibt es in einer Kommunalverwaltung viele. Die entscheidende Frage ist: Wie können wir sie so nutzen, dass daraus bessere Entscheidungen, einfachere Verwaltungsprozesse und mehr Transparenz für die Menschen entstehen?

 

Genau dieser Frage geht die Stadt Herzberg (Elster) mit OPEN_HERZ nach. Wir beginnen bewusst bei der kommunalen Praxis: bei vorhandenen Daten, den dahinterliegenden Arbeitsprozessen und den Fragen, die für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt wichtig sind.

Die Ergebnisse fließen am Ende des Projektes in einen Umsetzungsplan für Open Data in Herzberg (Elster) ein. Dieser soll zugleich eine Grundlage für die weitere kommunale Digital- und Datenstrategie bilden.

Drei Themen stehen besonders im Fokus

Aus der ursprünglich breiter angelegten Sammlung kommunaler „Datenschätze“ konzentriert sich die weitere Arbeit auf ausgewählte Daten, die sich besonders gut mit konkreten Fragen der Stadtentwicklung verbinden lassen:

 

Bildung und Bevölkerungsentwicklung

Wie entwickeln sich Geburten, Zu- und Wegzüge und damit perspektivisch die Zahl der Kinder und Familien in Herzberg? Welche Auswirkungen ergeben sich daraus auf Kindertagesbetreuung, Schule, Hort und weitere Bildungsangebote? Und wie können vorhandene Daten dabei helfen, Infrastruktur und Angebote frühzeitiger und bedarfsgerechter zu planen?

Hierfür können beispielsweise Daten zu Geburten und Sterbefällen, Zu- und Wegzügen, Kitaplätzen und Betreuungseinrichtungen sowie Haushalts- und Gebäudedaten miteinander in Beziehung gesetzt werden. Bereits in der ursprünglichen Datenauswahl wurden diese Daten als wichtige Grundlage für die Zukunftsausrichtung, Infrastrukturplanung und Entwicklung der Betreuungsangebote identifiziert.

 

Mobilität

Wie bewegen sich Menschen durch Herzberg? Wo wird besonders viel Rad gefahren? Wo entstehen Gefahrenstellen oder fehlende Verbindungen? Und wo sollte die Stadt gemeinsam mit anderen Straßenbaulastträgern zukünftig Maßnahmen priorisieren?

Dafür betrachten wir unter anderem Verkehrswege, Verkehrszählungen und weitere Messdaten. Aus Daten soll schrittweise eine nachvollziehbare Prozesskette entstehen: Verkehrszählung → Analyse → Gefahrenstellen → Priorisierung → Investition → Evaluation

 

Damit werden Daten nicht zum Selbstzweck erhoben. Sie sollen helfen, Entscheidungen nachvollziehbar vorzubereiten und später auch zu überprüfen, ob umgesetzte Maßnahmen tatsächlich eine Wirkung erzielen.

 

Klima, Umwelt und Lebensqualität

Auch Klima- und Umweltdaten können sehr konkret mit dem Alltag der Menschen verbunden werden. Wo befinden sich Bäume und Grünflächen? Welche Bereiche bieten an heißen Tagen Schatten und Abkühlung? Wo entstehen Hitzeorte? Welche Rolle spielen Grünflächen, Beleuchtung oder weitere Umweltinformationen für Aufenthaltsqualität und Sicherheit?

Bereits die erste Datenerhebung für OPEN_HERZ enthält unter anderem Geodaten zu Bäumen und Grünflächen, Beleuchtung sowie mögliche Messdaten zu Temperatur, Wasser und Luftqualität. Perspektivisch können daraus Fragestellungen zu Klimaanpassung und Hitzeschutz entwickelt und mit Erfahrungen der Menschen vor Ort ergänzt werden.

Nicht möglichst viele Daten – sondern die richtigen

OPEN_HERZ verfolgt deshalb einen wichtigen Grundsatz:

Nicht die Menge der veröffentlichten Daten entscheidet über ihren Wert, sondern die Frage, welchen konkreten Nutzen sie für Verwaltung, Stadtentwicklung und Bürgerschaft entfalten können.

Die ausgewählten Daten werden deshalb hinsichtlich Qualität, Vollständigkeit, technischer Nutzbarkeit und rechtlicher Rahmenbedingungen betrachtet. Gemeinsam mit der Fachhochschule Potsdam werden Möglichkeiten der Strukturierung, Auswertung und Visualisierung erprobt. Die modulare Open-Source-Infrastruktur MOSIDI dient dabei als ein Ansatz, Daten miteinander in Beziehung zu setzen und verständlich sichtbar zu machen.

Daten - Prozesse - Beteiligung

Eine Datenstrategie funktioniert jedoch nicht allein technisch. Deshalb betrachtet OPEN_HERZ drei Ebenen gemeinsam:

Daten: Welche Daten besitzen wir, wo liegen sie, wie aktuell und vollständig sind sie und welche davon können als Open Data bereitgestellt werden?

Prozesse: Wo entstehen diese Daten in der täglichen Verwaltungsarbeit? Wer benötigt sie? Wo werden Informationen mehrfach erhoben oder übertragen? Und wo können bessere Datenstrukturen Arbeit vereinfachen?

Menschen: Welche Informationen benötigen Verwaltung, Politik sowie Bürgerinnen und Bürger tatsächlich? Welche Fragen möchten sie mithilfe kommunaler Daten beantworten?

Deshalb werden neben der internen Arbeit mit den Fachbereichen auch Beteiligungsformate eingesetzt. Das Open.Data.Lab in der Kirchstraße 10 bildet hierfür einen zentralen Ort für Austausch, Workshops und die gemeinsame Auseinandersetzung mit Daten.

Unser Weg zum Umsetzungsplan

Aus den einzelnen Arbeitsschritten entsteht bis zum Projektende schrittweise der Umsetzungsplan OPEN_HERZ:

 

Datenbestand erfassen

Datenqualität und Nutzbarkeit prüfen

konkrete Fragestellungen der Stadtentwicklung definieren

Verwaltungsprozesse mit den Daten verbinden

Daten analysieren und visualisieren

Verwaltung, Politik und Bürgerschaft beteiligen

Nutzen und Aufwand bewerten

Datensätze und Maßnahmen priorisieren

Verantwortlichkeiten und Datenpflege klären

Roadmap für die weitere Umsetzung entwickeln

 

Der Umsetzungsplan soll damit nicht nur festhalten, welche Daten Herzberg künftig öffnen möchte. Er soll auch beantworten, welche organisatorischen und technischen Voraussetzungen dafür erforderlich sind, welche Kompetenzen innerhalb der Verwaltung aufgebaut werden müssen und welche Daten dauerhaft gepflegt werden sollen.

 

Das Vorhaben sieht dafür unter anderem eine Kernauswahl zukünftiger Open-Data-Sammlungen, die Bewertung von Aufwand und gesellschaftlichem Mehrwert, die Auswertung der Bürgerbeteiligung, Empfehlungen zur datenbasierten Prozessoptimierung, die Ermittlung von Schulungsbedarfen sowie eine Roadmap zur Entwicklung einer kommunalen Datenkultur vor.

Was soll am Ende erreicht sein?

Am Ende des Projektjahres (01.01.2026 bis 31.12.2026) möchte Herzberg einen praktisch nutzbaren Fahrplan entwickeln, der zeigt:

  • Welche Daten brauchen wir?

  • Welche Fragen können wir damit beantworten?

  • Welche Prozesse können wir verbessern?

  • Welche Daten können wir öffnen?

  • Wer übernimmt Verantwortung?

  • Und wie machen wir daraus dauerhaft bessere Entscheidungen für Herzberg?

     

Eine Schritt für Schritt Analyse für eine kommunale Datenstrategie, zugeschnitten auf die örtlichen Bedarfe.