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Rund ums Klima

Rund ums Klima #13: Wieso wird unsere Region immer trockener?

Rund ums Klima #13: Wieso wird unsere Region immer trockener?

 

Es ist schon längst ein bekanntes Bild im südlichen Brandenburg: trockene kranke Wälder, staubige Felder, absinkende Grundwasserspiegel, leerlaufende Gräben und Flüsse. Doch woher kommt dies? Sicherlich ist einerseits – oder gar größtenteils – der Klimawandel verantwortlich. Fehlender Niederschlag und heiße Tage in den Frühjahrs- und Sommermonaten bringen jeden Gärtner und Landwirt zur Verzweiflung. Doch nicht alles ist durch den Klimawandel zu entschuldigen.

 

Ein Grund für die sinkenden Grundwasserspiegel lässt sich direkt in unserem Stadtgebiet wiederfinden: Die Schwarze Elster. Er ist der naturfernste Fluss Mitteleuropas. Zu Zeiten des Kohlebergbaus wurde unsere Elster zu Zwecken des Transports begradigt und verbreitert. Eine Maßnahme, die heute erschreckende Auswirkungen hat. Denn statt sich durch die Landschaft zu schlängeln, wie es bei Flüssen üblich ist, gleicht unsere Elster eher einer geradlinigen Wasserautobahn mit großer Oberfläche. Dies begünstigt zum einen eine erhöhte Verdunstungsrate und zum anderen den Abtrag von Sedimenten im Flussbett. Die Folge ist ein stark austrocknender Fluss, der sich zudem immer weiter in die Landschaft eingräbt. Statt mit Hochwasser haben wir vermehrt mit Niedrigwasser zu kämpfen. Dadurch sinkt auch im Umland der Grundwasserspiegel – bis zu zwei Meter unter dem mittleren Niveau! Dass dadurch auch unsere Wälder leiden, dürfte eindeutig sein. Zum Glück bleibt uns eine Möglichkeit, die Situation zu verbessern: Die Renaturierung der Elster. Dies hat der Förderverein Elbe-Elster-Tours schon zeitig erkannt und erforderliche Schritte eingeleitet. In Kooperation mit Kommunen, Privatleuten und dem Landkreis will man versuchen, den Flusslauf „kurviger“ zu gestalten, die Flussbreite zu reduzieren und Altnebenarme zu reaktivieren. Potentiell könnte somit unsere Elster einen höheren Pegel erreichen und den Grundwasserspiegel heben.

 

Selbstverständlich ist unsere Elster nicht die einzige Stellschraube, die uns in der zunehmenden Trockenheit bleibt. Es gilt auf Flächenentsiegelung, Zisternenbau und Begrünung zu setzen. Das ist schon im privaten Bereich möglich und erforderlich. Helles Ökopflaster statt graue Vollversiegelung in Einfahrten, bunte Blumenwiesen statt Schotter-Vorgärten und Regenwasser- statt Leitungswassernutzung für die Gartensprengung sind nur einige Beispiele, die helfen würden, unsere Region zu schützen.

Rund ums Klima #12: Mehr Solar braucht das Land!

Rund ums Klima #12: Mehr Solar braucht das Land!

 

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist essentiell für eine nachhaltige Zukunft. Die Energiewende soll u.a. aufgrund Putins Aggressionen sogar noch schneller umgesetzt werden. Die Bundesregierung sieht daher einen verstärkten Ausbau von Photovoltaikanlagen vor. Ein besonderes Augenmerk soll auf Agri-PV liegen – Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf hohen Gestellen, die Stromerzeugung und Landwirtschaft simultan realisierbar machen. Möglich sind sowohl die Haltung von Nutztieren (z.B. Schafe oder Hühner) als auch der traditionelle Ackerbau. Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts haben ergeben, dass bei höher liegenden PV-Modulen durch die Verschattung und den Hagelschutz höhere Erträge erzielt werden können – insbesondere in Trockenjahren.

 

Die wachsende Bedeutsamkeit von Agri-PV-Anlagen wird in den Plänen der Ampel-Koalition ersichtlich, da demnächst solche Anlagen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden sollen.

 

Die Regierung hat zudem vor, den Ausbau von PV-Dachanlagen stark voranzutreiben. Gewerbebauten sollen beim Neubau verpflichtend PV-Anlagen aufweisen, bei Privathäusern soll es zur Regel werden. Dadurch will man eine Deckelung des Strombedarfs durch Erneuerbare bis zu 80 % im Jahr 2030 erreichen. Momentan sind es etwas über 40 %.

Rund ums Klima #11: Die Probleme mit dem Greenwashing

Rund ums Klima #11: Die Probleme mit dem Greenwashing

 

„Klimaneutral“ oder „umweltschonend“ tauchen heutzutage auf vielen Verpackungen von Lebensmitteln oder Kosmetik-Artikeln auf. Oft handelt es sich jedoch um Desinformationen, um das ökologische Image der Produkte aufzuwerten. Genannt wird diese Strategie „Greenwashing“.

 

Ein typisches Beispiel für Greenwashing ist die Abbildung auf der Fleischpackung von einem glücklichen Schwein auf der grünen Wiese. Das ist ein Bild, was wenig mit der grausamen Realität der Massentierhaltung zu tun hat. Es vermindert beim Käufer das schlechte Gewissen und verleiht dem Produkt ein ökologisch vertretbares Image, obwohl eher das Gegenteil der Fall ist.

 

Auch das Siegel „regional“ hat meist wenig mit Nachhaltigkeit zu tun. Denn Regionalität ist rechtlich nicht bindend definiert – genauso wenig wie „klimafreundlich“ oder „umweltschonend“. Ob Produkte oder die Firmen dahinter tatsächlich nachhaltig agieren, lässt sich mit einem schnellen Blick auf die Verpackung nicht klären.

 

Problematisch sind vor allem Produkte, die Nachhaltigkeit bewerben, obwohl es schon längst gesetzlich vorgeschrieben ist. Haarsprays mit dem Label „FCKW-frei“, was seit 1991 sowieso geregelt ist, oder laktosefreies Mineralwasser sind typische Beispiele für diese Dreistigkeit.

 

Trotzdem: Nicht alle Symbole und Siegel sind automatisch als Fehlinformationen zu werten. Wie immer gilt es, bei Unsicherheiten zu hinterfragen. Die Bundesregierung möchte zum Beispiel mit dem Projekt „Siegelklarheit“ einen Überblick über die offiziellen – von unabhängigen Stellen zertifizierten – Siegel geben. Der NABU will mit der App „NABU Siegel-Check“ Verbraucher im Dschungel der Symbole unterstützen und gibt Rückmeldung welche Siegel tatsächlich halten, was sie versprechen. Hierfür einfach das jeweilige Symbol mit dem Smartphone abfotografieren.

 

Übrigens: Regeln für „grüne Werbung“ werden von VerbraucherschützerInnen schon länger gefordert, denn bewusste Irreführung kann juristische Schritte nach sich ziehen. Werbung, die einem seltsam vorkommt, sollte daher bei der Verbraucherzentrale gemeldet werden.

Rund ums Klima #10: Geht es überhaupt ohne Kohle- und Atomkraft?

Rund ums Klima #10: Geht es überhaupt ohne Kohle- und Atomkraft?

 

Der Stromwirtschaft wurde bereits in den 1990er bewusst, dass regenerative Energien zukünftig von größerer Bedeutung sein werden. Statt jedoch den Ökostrom auszubauen, gab es denkwürdige Kampagnen dagegen. Hier hieß es unter anderem, dass Sonne, Wasser und Wind nicht mehr als vier Prozent des Strombedarfs decken könnten. Ein Ausstieg aus Kohle- und Atomkraft sei undenkbar.

 

Undenkbar ist das heute nicht mehr. Im Jahr 2020 belief sich der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Bruttostromverbrauch auf etwa 45 %. Trotzdem hat sich an der energiepolitischen Diskussion wenig verändert. Wie damals streuen Energieskeptiker Zweifel an einer hundertprozentig erneuerbaren Stromversorgung. Deren Prognosen reichen von exorbitanten Strompreisen bis hin zum Abwandern der Industrie. Auch volksnahe Argumente finden oftmals Anklang: „Die Sonne scheint nicht immer und auch der Wind weht nicht dauernd. Deswegen brauchen wir Kraftwerke, die immer laufen.“ Was zunächst schlüssig klingt, birgt aber einen Trugschluss.

 

Es stimmt zwar, dass Sonne und Wind – die wichtigsten Erneuerbaren in Deutschland – „schwanken“. Aber dies geschieht nicht im gleichen Takt. Sie komplementieren sich oft. Schließlich haben wir bei windstarkem Tiefdruck-Wetter wenig Sonne und bei sonnigem Wetter weniger Wind. Selbstverständlich entstehen dennoch Lücken, auch wenn sie klein sein mögen. Um den „Rest“ zu sichern, ist die europaweite Vernetzung gefragt und die Entwicklung von Speichern – z.B. in Form von grünem Wasserstoff.

 

Was passiert bei absoluten Dunkelflauten? Nun, richtige Dunkelflauten, bei denen es über Tage und Wochen weder windet noch sonnig ist, sind extrem selten. In Deutschland treten diese ca. alle 2 Jahre ein – europaweit sogar nur alle 5 Jahre.

 

Warum ist der Erhalt – oder gar der Neubau – von Atomkraftwerken (AKW) und Kohlekraftwerken, die immer laufen, sinnlos in der Debatte des Ökostroms? Die Antwort ist einfach: Ständig laufende Kraftwerke sichern zwar eine Grundversorgung, können jedoch nicht einfach hoch- oder runtergeregelt werden. Im Zusammenspiel mit Erneuerbaren Energien ist die Folge ein Strom-Überangebot. Erneuerbare müssen abgeschalten werden, um das Netz nicht zu überlasten. Kohlekraftwerke laufen weiter. Dadurch verlor Deutschland im Jahr 2019 allein 6,4 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom. Wir brauchen demnach Kraftwerke, die nur dann laufen, wenn sie gebraucht werden. Solar- und Windenergie können z.B. optimal durch Biogasanlagen unterstützt werden. Diese sind flexibel, gleichen die fluktuierenden Stromquellen aus und liefern nebenbei noch Wärme an die Kommunen oder grünes Gas in das Gasnetz.

Rund ums Klima #9: Bauboom in Deutschland – ökologischer Irrsinn?

Rund ums Klima #9: Bauboom in Deutschland – ökologischer Irrsinn?

 

Trotz Corona boomt der Bau in Deutschland. Wohnraum ist knapp – jedenfalls wird es so suggeriert. Doch stimmt das oder ist der derzeitige Neubau-Boom ökologischer Irrsinn, wie es einige Experten behaupten?

Fakt ist: Der Flächenbedarf an Wohnraum pro Person steigt dramatisch. Im Jahr 2000 nutzte eine Person ca. 39,5 m². Heutzutage ist dies bereits auf 46,5 m² angewachsen. Single-Haushalte nehmen zu, Menschen werden älter. Mittlerweile benötigen die deutschen Haushalte annähernd gleich viel Energie wie die gesamte Industrie. Das liegt nicht zuletzt daran, dass kleine Einfamilienhäuser – meist nur noch einstöckig – an Beliebtheit zunehmen. Dass dies energetisch überaus nachteilig ist und zudem mehr Fläche versiegelt, als tatsächlich notwendig, dürfte auf der Hand liegen.

 

Gerade die Flächenversiegelung ist nicht zu unterschätzen. In Deutschland werden täglich mehr als
60 ha versiegelt. Das entspräche in etwa einer Fläche von ganz Züllsdorf. Bereits im Jahr 2002 hatte die Regierung dieses Problem erkannt und wollte mit dem Nachhaltigkeitsziel die Flächenversiegelung bis 2020 auf 30 ha beschränken. Jenes ambitionierte Ziel hat man inzwischen auf 2030 verschoben – zusammen mit den restlichen Klimazielen. Aber schon heute werden Überschwemmungen begünstigt, da das Wasser schlechter versickern kann. Eine Problematik, die zu Zeiten von extremen Wetterverhältnissen, zusätzliche Erschwernisse bringt.

 

Doch wie können wir unnötige Flächenversiegelung verhindern? In großen Metropolen der USA wird z.B. vorrausschauender geplant: Supermärkte und Parkhäuser werden nur unterirdisch gebaut – natürliches Licht wird hier schließlich nicht benötigt. Darüber entstehen Wohnungen. Leerstehende Büroimmobilien werden zu Wohnraum umfunktioniert. Aber auch auf dem Land heißt es umdenken: Großes Potential liegt im generationsgerechten Wohnen. Viele Häuser bzw. Gehöfte wurden damals für Familien gebaut. Da das Mehrgenerationenwohnen jedoch seltener geworden ist, leben heute Menschen über lange Zeit nur noch zu zweit oder gar allein auf sehr großen Wohnflächen. Altersgerechte Wohnungs-Angebote sind daher wichtiger denn je – aber auch die Erkenntnis, dass weniger manchmal mehr sein kann.

Rund ums Klima #8: Grüne Weihnacht

Rund ums Klima #8: Grüne Weihnacht

 

Weihnachten ist die Zeit für Familie und Besinnlichkeit. Doch zunehmend wird das Fest der Liebe zu einem Fest des Konsums. Das ist nicht nur stressig, sondern auch wenig nachhaltig. Daher stellt sich die Frage: Geht Weihnachten auch mit weniger?

 

Wer kennt es nicht: Die Kinder sitzen vor dem reich geschmückten (und bestückten) Lametta-Baum, der für eine Woche im Wohnzimmer steht. Päckchen mit Glanzpapier, Tüten und Schleifchen stapeln sich übereinander. Die Eltern sind völlig geschafft. Es musste schließlich gekocht, geputzt und Last-minute-Geschenke eingekauft werden. Wohl wissend, dass einige der Geschenke danach in der hintersten Ecke des Schranks landen. Die nächsten Tage werden noch stressiger. Besinnlichkeit sieht anders aus. Aber dennoch: Das ist Tradition. Das kann man nicht ändern.

 

Doch halt. Stimmt das? Vor nicht allzu langer Zeit wurde der Baum nicht mit Kunststoff sondern mit getrockneten Früchten und Gebasteltem geschmückt. Statt dutzenden Geschenken gab es nur Kleinigkeiten - in Zeitungspapier eingepackt. Das erscheint schon nachhaltiger. Übrigens: Wer denkt, sein künstlicher Baum sei besser als ein echter Baum, liegt leider falsch. Zwar sind Monokulturen und Pestizide nicht umweltfreundlich, doch CO2-neutral ist es definitiv. Ganz anders als Plastik-Bäume. Falls es also ein Baum im Haus sein muss, dann bitte echt.

 

Für alle Stromsparer lohnt es sich, auf LED-Weihnachtsbeleuchtung zu achten – am besten mit einer Zeitschaltuhr kombiniert. Auch beim Plätzchenbacken kann Energie gespart werden. Statt Ober- und Unterhitze, sollte Umluft gewählt werden. Das spart bis zu 20 Prozent Strom.

 

Jede Kleinigkeit hilft… und dass Klimaschutz in den Köpfen der Jugend mittlerweile fest verankert ist, dürfte jedem klar sein. In diesem Sinne: Frohe und nachhaltige Weihnachten!

 

 

Rund ums Klima #7: Klimagipfel COP26 – Voller Erfolg oder riesige Enttäuschung?

Rund ums Klima #7: Klimagipfel COP26 – Voller Erfolg oder riesige Enttäuschung?

 

Die Intention des Klimagipfels in Glasgow Anfang November war, die Erderwärmung mit konkreten Maßnahmen auf 1,5 °C zu begrenzen. Diesem Ziel sollten sich alle Länder der Welt verpflichten und entsprechende Maßnahmen nennen. Was wurde erreicht? Eine vage Einigung, welche uns auf
2,4 °C Erwärmung bringt. Weit entfernt von 1,5 °C und deutlich über dem Kipppunkt von 2 °C, welcher die Auswirkungen des Klimawandels katastrophal werden ließe. Bis November 2022 sollen die Staaten daher ihre Maßnahmen anpassen. Doch selbst dann wäre bestenfalls eine Erderwärmung von 1,8 °C denkbar.

 

Neu hinzu gekommen sind zahlreiche Ankündigungen und Initiativen, wie zum Beispiel eine Initiative gegen die Rodung von Wäldern oder gegen den Kohleabbau. Leider sind diese Zusagen nicht bindend und wurden zudem oft von großen Industrienationen aufgeweicht. Nicht zuletzt, weil ein Großteil der Teilnehmer des Klimagipfels aus der (Kohle-)Industrie kam. So hatten Indien und China in letzter Minute einen schrittweisen Kohleausstieg verhindert und sprachen nur noch vom schrittweisen Abbau.

 

Deutschland selbst ist den meisten Initiativen beigetreten. Dem Verbrenner-Aus bis 2040 hat unser Land jedoch nicht zugestimmt – anders als 30 andere Länder. Im Gegenteil zu Daimler, sprechen sich die deutschen Automobilhersteller BMW und VW gegen eine volle Umstellung der Produktion auf E-Mobilität bis 2040 aus.

 

Dennoch: Glasgow hatte auch positive Ergebnisse. Viele Nationen haben sich zu ambitionierten Zielen bekannt. Costa Rica, Schottland und Dänemark wollen zum Beispiel unerschlossene Gasfelder nicht ausbeuten, Bodenschätze sollen weitestgehend unberührt bleiben. Andere Länder treiben die CO2-freie Kerosin-Forschung voran. Das Finanzwesen hat die Dringlichkeit des Klimawandels erkannt und unterstützt zunehmend mehr klimafreundlichere Projekte. Generell ist der Druck und die Wahrnehmung einzelner Regierungen im Klimaschutz gestiegen.

Rund ums Klima #6: CO2-neutral oder klimaneutral – alles völlig egal?

Rund ums Klima #6: CO2-neutral oder klimaneutral – alles völlig egal?

 

Bei der Debatte um den Klimaschutz tauchen immer wieder Wörter wie CO2-neutral, klimaneutral oder treibhausgasneutral auf. Selbst auf Produkten im Supermarkt oder auf Bannern von Sportveranstaltungen liest man vermehrt „CO2-neutral“ oder „klimaneutral“. Doch was unterscheidet diese Begriffe? Gibt es überhaupt eine eindeutige Definition?

 

Theoretisch gibt es eine klare Abgrenzung in der Wissenschaft. Doch diese scheint es weder in die Politik noch in unseren Alltag zu schaffen. China will zum Beispiel bis zum Jahr 2060 kohlendioxid-neutral werden. Da CO2 jedoch nicht das einzige Treibhausgas ist, welches den Klimawandel vorantreibt, wäre dieses Ziel nicht gleichzusetzen mit Klimaneutralität. Frankreich und Finnland wiederum haben sich ebenfalls das Ziel der CO2-Neutraliät gesetzt, meinen aber eigentlich Treibhausgasneutralität, da sie alle Treibhausgasemissionen einschließen. Neuseeland schränkt sich diesbezüglich ein und bezieht nur bestimmte Treibhausgase ein. Methan, welches 25-mal intensiver als CO2 ist, schließen sie aus. Warum? Methan bildet sich im Verdauungstrakt von Schafen und da Neuseelands Schafzucht ein wichtiger Wirtschaftszweig ist, werden die Klimaziele kurzerhand angepasst. Solche Beispiele finden sich weltweit und die Begriffe werden zu großen Teilen falsch verwendet. Was ist nun aber richtig?

 

Klimaneutral

Klimaneutralität ist das höchste Ziel, welches sich ein Land setzen. Denn klimaneutral bedeutet, dass nicht nur menschengemachte Treibhausgase betrachtet werden, sondern auch andere Auswirkungen auf das Klimasystem. Dazu zählen u.a. Landnutzung oder der Rückgang von Schnee- und Eisflächen, da hierdurch Reflektionsflächen der Sonnenenergie beeinflusst werden.

Kurz: Klimaneutral ist treibhausgasneutral plus alle anderen menschengemachten Veränderungen.

 

Treibhausgasneutral

Vereinfacht gesagt ist dies das Ziel, welches von vielen Ländern angestrebt wird oder werden sollte. Das Klimasystem wird ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr durch zusätzliche Treibhausgase belastet. Dies ist nicht gleichzusetzen mit emissionsfrei. Restemissionen können durch Negativemissionen (Bindung von CO2 durch z.B. Wälder, Moore oder Technologien) ausgeglichen werden.

 

CO2-Neutral

CO2 ist nur eines von vielen Treibhausgasen, die den Klimawandel verursachen. Methan zum Beispiel ist etwa 25-mal, Lachgas 298-mal, Fluorkohlenwasserstoffe 5200-mal so schädlich wie dieselbe Menge Kohlendioxid. Bei Ländern mit viel Landwirtschaft würde das Ziel der CO2-Neutralität daher nur die Verminderung der Hälfte aller Treibhausgasemissionen bedeuten. In Deutschland beträgt der Anteil des CO2-Ausstoßes allerdings 90 % aller Treibhausgasemissionen.

Rund ums Klima #5: Klimarettung einfach gemacht

Rund ums Klima #5: Klimarettung einfach gemacht

 

Weniger Verpackungsmüll, öfter das Fahrrad statt das Auto nehmen, weniger Fleisch essen – das sind einfache Veränderungen, deren positive Auswirkungen auf unser Klima jedem bewusst sind. Dennoch sieht man die Umsetzung dieser kleinen Maßnahmen nur selten, da die Wirkung oft unterschätzt wird. Jeder Deutsche könnte dadurch jedoch bis zu 25 % seines jährlichen CO2 Ausstoßes einsparen. Hier ein paar (Energiespar-) Tipps, die das Klima und den eigenen Geldbeutel schonen:

 

Bye-bye Standby

Was viele nicht wissen: Im Standby verbrauchen elektronische Geräte unnötig viel Strom. Besser wäre es, die Geräte komplett auszuschalten – z.B. über eine schaltbare Steckdose. Das kann 300 kg CO2 im Jahr sparen und bis zu 60 € Stromkosten.

 

LED statt Glühbirne

LED-Leuchtmittel verbrauchen bis zu 90 % weniger Energie als herkömmliche Glühbirnen. Eine Schätzung aus Großbritannien besagt: Wenn pro Haushalt nur eine normale Glühbirne gegen eine LED ausgetauscht wird, kann dafür ein (Kohle-)Kraftwerk abgeschaltet werden. 

 

Regional und saisonal ins Körbchen

Lange Transportwege verursachen überflüssige Mengen CO2. Statt der Ananas aus Chile könnte man für die gleichen Emissionswerte z.B. 17,5 kg Pfirsiche aus Deutschland kaufen. Auch Saisonobst kann punkten. Statt im Dezember eine Schale Erdbeeren zu holen, wären 17 kg Äpfel angebrachter - für die gleiche Klimabilanz. Auch gilt es zu überlegen, ob Plastiktüten für das Obst sinnvoll sind. Das meiste Obst und Gemüse hat schließlich schon einen natürlichen Schutz – die Schale.

 

Heizung runterdrehen

Keiner soll frieren! Aber reichen statt der 22 °C auch 21 °C Raumtemperatur? Die Reduzierung von 1 °C spart im Jahr rund 350 kg CO2 und natürlich auch Heizkosten.

 

Umweltfreundliche Ernährung hält fit und ist gesund

Nicht Jeder muss vegetarisch leben, aber eine Reduzierung des Fleischkonsums kann bis zu 400 kg CO2 pro Person und Jahr einsparen. Auch gesundheitlich hat dies Vorteile: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, pro Woche nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurstwaren zu essen, um das Krebsrisiko zu senken.

 

Fahrrad statt Auto

Etwa 40 bis 50 % aller Autofahrten in Deutschland belaufen sich auf unter 5 km. Nimmt man dafür das Fahrrad, könnten 310 kg CO2 pro Person eingespart werden. Nicht zu vergessen: Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns, macht die Blutgefäße elastischer und verbrennt Kalorien.

Rund ums Klima #4: Klima-Schurke Deutschland?

Rund ums Klima #4: Klima-Schurke Deutschland?

 

Deutschland verursacht 2 Prozent der globalen Treibhausgase. Diese Zahl erscheint zunächst ernüchternd gering. Weltweit bringt dies jedoch Deutschland auf Platz 7 der größten Klimasünder.  Schlimmer bezüglich der gesamten Treibhausgasemissionen sind nur Iran, Japan, Russland, Indien, die USA und China. Werden die Emissionen auf die Pro-Kopf-Statistik bezogen, verursacht jeder Deutsche pro Jahr 8,4 Tonnen Kohlendioxid – zum Vergleich: Jeder Chinese verursacht 7,1 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr und der globale Durchschnitt liegt bei etwa 5 Tonnen (Stand 2019, Global Carbon Atlas).

 

Zu fragen, was es der der Welt hilft, wenn wir Deutschen auf Inlandsflüge verzichten, Kohlekraftwerke schließen, Windkraftanlagen bauen und mehr E-Autos fahren, ist demnach einfach zu beantworten: Eine ganze Menge. Natürlich ist es wichtig, dass ein globaler Wandel im Klimaschutz geschieht. Doch Deutschland hat als Industrieland und 4. größte Wirtschaftsmacht eine hohe Verantwortung und kann mit dem Ziel bis 2045 klimaneutral zu werden, eine Vorbildrolle erzeugen.

 

Das Vorhaben der Bundesregierung Klimaneutralität zu erreichen, bedeutet prinzipiell, dass ein Gleichgewicht zwischen ausgestoßenen Treibhausgasen (z.B. CO2) und dessen Aufnahme aus der Atmosphäre besteht. Die Aufnahme soll in sogenannten Senken (z.B. in Wäldern und Mooren) stattfinden. Klimaneutral bedeutet daher nicht zwangsläufig CO2-frei. Dennoch werden grundlegende Veränderungen auf unsere Gesellschaft zukommen, damit wir den Klimawandel einschränken und möglichst katastrophale Auswirkungen abwenden können. Die derzeitigen Treibhausgasemissionen in den Sektoren Landwirtschaft, Verkehr, Gebäude, Industrie, Abfall und Energiewirtschaft sind insgesamt um 95 % bis zum Jahr 2045 zu reduzieren. Eine Minderung der Emissionen von 41 % soll bereits bis 2030 - bezogen auf 2020 - erreicht werden.

Rund ums Klima #3: Ist weltweiter Klimaschutz überhaupt möglich?

Rund ums Klima #3: Ist weltweiter Klimaschutz überhaupt möglich?

 

Als Meilenstein im Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel gilt das Pariser Klimaabkommen aus dem Jahr 2015. Darin haben sich alle Staaten weltweit – insgesamt 196 Staaten und die EU – verpflichtet, die Erderwärmung einzudämmen. Ziel ist es Maßnahmen einzuleiten, um unter der Zwei-Grad-Grenze zu bleiben. Bestenfalls sollte sogar ein Wert von unter 1,5 °C Erderwärmung erreicht werden. Hierzu wurden Emissions-Höchstwerte festgelegt, welche einzuhalten sind.

 

Doch reicht dieser Vertrag, um Klimaschutz weltweit zu garantieren? Ja und Nein. Völkerrechtlich sind die Staaten zum Klimaschutz verpflichtet und das Wachstum der Emissionen hat sich tatsächlich verlangsamt. Industriesaaten haben weniger CO2 emittiert – Deutschland konnte 2020 einen Rückgang des Ausstoßes von 8,7 Prozent gegenüber 2019 verzeichnen. Leider reicht dies noch nicht aus. Auch die nationale Selbstverpflichtung ist zum derzeitigen Stand eher zu bemängeln, da bei Nicht-Einhaltung der Emissionsziele keine Sanktionen zu erwarten sind. Staaten werden nicht bestraft, falls zu viele Treibhausgase ausgestoßen werden. Ein Problem, wie es die steigenden CO2-Emissionen von Schwellen- und Entwicklungsländern zeigen. Die Folge: Momentan steuern wir statt auf das Zwei-Grad-Ziel auf drei Grad Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts zu.

 

Die derzeitigen Anstrengungen sind daher unzureichend. Positiv zu bewerten, sind die Bekenntnisse einiger Staaten wie China, Japan, Südkorea und der EU bis zur Mitte des Jahrhunderts klimaneutral zu werden. Doch die Diskrepanz zwischen längerfristigen Zielmarken und der kurzfristigen tatsächlichen Umsetzung tritt deutlich zutage. Die Erwartungen an die Weltklimakonferenz im November 2021 in Glasgow sind dementsprechend hoch.

Rund ums Klima #2: Ist der (derzeitige) Klimawandel wirklich so schlimm?

Rund ums Klima #2: Ist der (derzeitige) Klimawandel wirklich so schlimm?

 

Die einfache Antwort lautet: Ja. Anders als bei natürlichen Klimaveränderungen ändern sich die Temperaturen beim menschengemachten Klimawandel sehr viel schneller, sodass die Natur sich nicht anpassen kann. Doch was genau würden ein paar Grad Erderwärmung ausrichten?

 

Momentan hat sich unsere Erde bereits um etwa 1 °C erwärmt. Wir spüren schon deutlich, dass Wetterextreme stark zunehmen. Das ursprüngliche Ziel des Pariser Klimaabkommens – die Erwärmung deutlich unter 2 °C zu begrenzen – scheint schwierig, aber nicht gänzlich unmöglich. Wichtig ist: Bei Zwei Grad Celsius liegt der Kipppunkt, den wir nicht überschreiten sollten. Denn hier würde sich die Klimaerwärmung verselbstständigen.

 

Das lässt sich an einem einfachen Beispiel erklären: Jenseits der Zwei-Grad-Grenze würden die Permafrostböden der nördlichen Halbkugel (z.B. in Sibirien) abtauen. Diese speichern jedoch momentan enorme Mengen an CO2 und Methan. Würden jene freigesetzt werden, verstärkt sich der Treibhauseffekt weiter, wodurch noch mehr Eis schmilzt und neue Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen. Ein Teufelskreis. Solche Beispiele lassen sich auf der gesamten Erde finden – der „Point of no return“ wäre schnell erreicht – es gebe kein Zurück mehr.

 

Jenseits der 3 °C würden trockene Regionen noch trockener werden, während küstennahe Orte überflutet werden würden. Ab 4 °C könnte Südeuropa zur Wüste werden. Menschen hätten vermehrt mit Wasserknappheit, Hüngersnöten, Bürgerkriege um Ressourcen und Unwettern zu kämpfen.

 

Maßnahmen, die das Freisetzen der Treibhausgase reduzieren, müssen daher so schnell wie möglich umgesetzt werden! Dazu kann jede(r) von uns beitragen.

Rund ums Klima #1: Ist das noch Wetter oder schon Klima?

Rund ums Klima #1: Ist das noch Wetter oder schon Klima?

 

Die letzten Jahre in unserer Region waren geprägt von Hitze und Trockenheit. Doch diesen Sommer blieb es erstaunlich kühl und nass – Ist die Panik um den Klimawandel nun doch unbegründet? Nein, denn grundsätzlich gilt: Klima und Wetter hängen eng miteinander zusammen, beschreiben jedoch zwei unterschiedliche Zustände. Während Wetter nur kurzfristig auftaucht, fasst Klima die Wettererscheinungen über eine lange Zeit – oft über 30 Jahre – zusammen. Ein Klimawandel bedeutet daher ein relativ langsames Verändern der Wettererscheinungen über mehrere Jahre, wobei Wetterextreme und damit Durchschnittswerte deutlich steigen werden. Änderungen des Klimas werden dabei u.a. vom Treibhauseffekt hervorgerufen.

 

Der Treibhauseffekt erscheint uns im Zusammenhang mit dem Klimawandel zunächst negativ. Es wird oft vergessen, dass menschliches Leben ohne jenen Effekt gar nicht möglich wäre. Schließlich hindern die sogenannten „Treibhausgase“ in unserer Atmosphäre wie z.B.  Kohlenstoffdioxid (CO2), Wasserdampf (H2O), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) einen Teil der Sonnenstrahlung ins Weltall zurück zu gelangen. Ohne diesen Prozess wäre unsere Erde um 32 °C kälter.

 

Die Problematik, welche sich seit der Industrialisierung ergibt, liegt an dem zusätzlichen Ausstoß an Treibhausgasen durch uns Menschen. Emissionen durch Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und dem hohen Energieverbrauch unserer Gebäude verstärken den natürlichen Treibhauseffekt dramatisch, da immer mehr Strahlung reflektiert wird. Die Folge: Unsere Erde heizt sich immer weiter auf. Das Klima ändert sich.